Bataillon Modern
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Mit traumwandlerischer Sicherheit spielen sich Johannes Liepold an Saxophon und Klarinette, Josef Reiter an der Tuba und Schlagzeuger Harry Alt, aufgerüstet mit einem Glockenspiel, die musikalischen Bälle in einem Spiel zu, dessen Regeln immer wieder neu erfunden werden. Das Mit- und Füreinander bekommt hier durch eine kräftige Prise Spontaneität einen besondere Würze, die durch die Vielseitigkeit der solistischen Einfälle einen angenehmen Nachgeschmack hinterlässt.
Die Eröffnung mit dem Bataillon Modern zeigte wie eindrucksvoll Musik und Kirchenraum aufeinander einwirken können. Die drei Augsburger Musiker machten sich das ganze Kirchenschiff zu eigen und namen das Publikum mit auf eine Reise von ungeheurem Tiefgang.

Mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen sich die drei Musiker zwischen den Feldern der Neuen Musik und des frei improvisierten Jazz. Die enorme instrumentale Souveränität der einzelnen Musiker erleichtert es der Band, gemeinsam musikalische Bögen zwischen expressiven, hochenergetischen Klanggeflechten und Momenten der nahezu atemlosen Stille zu spannen. Das Wechselspiel in der Kommunikation animiert zu andächtigem Lauschen.
Altbekannte Standards von George Gershwins „My Man Has Gone Now“ über John Coltranes „Afro Blue“ bis hin zur Charles Mingus Komposition “Duke Ellington’s Sound Of Love“ fließen in die Arrangements des mit Saxophon, Piano, Bass und Schlagzeug besetzten Quartetts ein, das alles andere als konventionelle Arrangements abliefert. In einem faszinierenden Prozess tauchen die Musiker in einen freien Improvisationsstrom ab, der völlig neue Perspektiven eröffnet.
Floh Haas an Flöte und Saxophon, Bassist Stephan Lanius und Drummer Günter Hillenmeyer verstehen sich als Jazz-Houdinis und arbeiten an der Entfesselung der Musik zum ‚High-Energy-Free-Jazz’. Mit dynamisch- expressivem Brachialbop befreit das Trio sich selbst und die Zuhörer von harmonischen, formalen Klischeevorstellungen und erzeugt dabei ‚Hochspannungsmusik’, die dank der technischen Perfektion der Musiker transparent genug ist, um hintergründigen Humor durchschimmern zu lassen.
Zwei hochmusikalische Eigenbrötler mit großem Kommunikationsbedürfnis nehmen den Zuhörer mit auf eine Reise durch den Kopf, die im Bauch endet. In freier Improvisation mit offenen, zirkulären Rhythmusstrukturen und viel Transparenz erschließen sie sich mit Gitarre und Schlagzeug immer wieder neu den entstehenden musikalischen Freiraum. Dynamik und Spontaneität machen den Gestaltungsprozess ebenso spannend wie unterhaltsam.