Necessarily Two
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An Englisch Horn und Oboe begegnet die Berliner Orchestermusikerin Annedore Wienert dem Münchner Jazzpianisten Peter Wegele. Dabei verschmilzt barocke Artikulationskultur mit der melodisch-expressiven Ausdrucksmöglichkeiten moderner Klangsprache. Liebgewonnene Standards des American Songbook und eigene Kompositionen werden unverwechselbar interpretiert.

Johannes Liepold an Saxophon und Klarinette, Josef Reiter an der Tuba und Schlagzeuger Harry Alt, aufgerüstet mit einem Glockenspiel, beweisen ihre Vielseitigkeit in diesem Projekt, bei dem sie sich mit traumwandlerischer Sicherheit die Bälle zu spielen. Das Mit- und Füreinander des Jazz bekommt hier durch eine kräftige Prise Spontanität einen besondere Würze.
Das exzeptionelle junge Sextett bringt lyrische Eleganz und unerbittlichen Drive auf einen Nenner – und trifft damit genau den Nerv der Zeit: Mitreißende Musik des Balkans und Vorderen Orients wird garniert mit den interessantesten Ideen auch mediterraner und westeuropäischer World-Music dazu kommen ein paar wohl dosierte Spritzer Funk und eine schmackhafte Jazznote.
Immer im Rennwagen der kochenden Housebeats sitzend, nehmen es die Musiker mit Vorbildern wie Paul van Dyck oder Erik Truffaz auf. Der Klangfluß improvisiert, feiert die Bassdrum, bricht abrupt ab, spannt nicht enden wollende Crescendi, explodiert. Saxophonsoli jagen sich mit Elektro-Eskapaden, rasende Riffs vom Fender Rhodes werden vom gurgelnden Subbass angefeuert und vom Weltklasse-Multiinstrumentalisten Kahil El’Zabar inspiriert.
Ausschließlich Eigenkompositionen, die den beiden Musikern viel Raum für Freiheit geben, präsentieren Dr. Stephan Richter an den Gitarren und Udo Schindler an Sopransaxophon und Klarinetten. Schon auf ihrer CD “Kleine Klassiker” gibt es interessante Begegnungen wie “Neue Luftschlösser, alte Badewannen” – auf das live “In Szene setzen” darf man gespannt sein.